Artikel: Chinesisches Neujahr – Zeit für eine Hommage an Chinas grosse Teespezialitäten
Chinesisches Neujahr – Zeit für eine Hommage an Chinas grosse Teespezialitäten

Am 17. Februar beginnt das chinesische Neujahr, eines der bedeutendsten Feste im chinesischen Kulturkreis. Mit diesem besonderen Zeitpunkt endet das Jahr des chinesischen Sternzeichens Schlange, und das neue Jahr im Zeichen des Pferdes beginnt.
In der chinesischen Astrologie steht das Pferd für Lebendigkeit, Energie und Erfolg. Es symbolisiert Unabhängigkeit, Bewegungsfreude und den Mut, neue Wege zu gehen. Zusammen mit Tiger und Drache gehört es zu den sogenannten „Big Three“, den kraftvollsten Sternzeichen des chinesischen Tierkreises. Das Jahr des Pferdes gilt daher als Zeit des Aufbruchs und der Dynamik.
Das chinesische Neujahr wird traditionell im Kreis der Familie gefeiert. Häuser werden geschmückt, gemeinsame Mahlzeiten zelebriert und Speisen serviert, die Glück, Gesundheit und Wohlstand symbolisieren. Kinder erhalten rote Umschläge mit Geld, nachdem sie ihren Verwandten Neujahrswünsche überbracht haben. Häufig hört man dabei Glückwünsche wie „Gong Xi Fa Cai“ (恭喜发财), was so viel bedeutet wie „Herzlichen Glückwunsch und mögest du Wohlstand erfahren“. Knallkörper und Feuerwerke begleiten das Fest und stehen sinnbildlich für den Abschied vom Alten und den Beginn eines neuen Jahres.
Neben all diesen Bräuchen spielen Rituale der Ruhe und das bewusste Geniessen eine zentrale Rolle. Tee ist dabei seit Jahrhunderten fester Bestandteil des chinesischen Alltags und Ausdruck von Achtsamkeit, Tradition und Verbundenheit mit der Natur.
Das Teeland China bei Sirocco
China gilt als die Wiege der Teekultur. Tee ist dort weit mehr als ein Getränk. Er ist Teil des täglichen Lebens, der Gastfreundschaft und der spirituellen Kultur. Diese Werte prägen auch die Philosophie von Sirocco, weshalb das Teeland China einen besonderen Stellenwert im Sortiment einnimmt.
Neu im Sortiment: Sheng Pu Er aus Meng Ku

Eine spannende Neuheit im Sirocco-Sortiment und zugleich ein klassisches Beispiel chinesischer Teekunst ist der «Sheng Pu Er» (roher Pu Er), der aus dem Bezirk Meng Ku stammt. Auf den einzigartigen Böden dieser Region gedeiht ein besonders duftender Pu Er mit fein süsslichen Aromen. Die frisch gepflückten Blätter werden sehr behutsam verarbeitet, um Bruchstellen und unerwünschte Oxidation zu vermeiden. Nach dem Trocknen unter kontrollierter Hitze werden sie traditionell in Form gepresst.
Anschliessend reift der rohe Pu Er über zwei bis drei Jahre durch natürliche Fermentation. In diesem Prozess entwickelt er eine vielschichtige Aromatik und bemerkenswerte geschmackliche Tiefe. Seine ausgeprägte Reifefähigkeit macht ihn mit edlem Wein oder gereiftem Käse vergleichbar und macht ihn zu einem der grossen Schätze der chinesischen Teekultur. In der Tasse zeigt sich der Tee mit einem goldfarbenen Aufguss. Geschmacklich ist er kraftvoll und zugleich weich und rund, mit feinen Noten von Tannenwaldhonig.
Einen ganz anderen Charakter verkörpert der «Lapsang Souchong», ein geräucherter Bio-Schwarztee vom Fusse des Wuyi Gebirges. Die Räucherung mit Kiefernholz verleiht ihm seinen markanten, rauchigen Charakter. Er überzeugt pur, veredelt milde Tees und wird auch in der Küche als Aromabeigabe geschätzt. Selbst bei längerer Ziehzeit bleibt er sanft und entwickelt keine Bitterkeit.
Besonders eng mit der chinesischen Teetradition verbunden ist die Veredelung von Tee mit Jasminblüten. Dieses Verfahren wird seit über tausend Jahren angewendet und erfordert viel Erfahrung, Geduld und ein feines Gespür für Timing. Dabei wird Grüntee nicht aromatisiert, sondern bewusst „beduftet“.

In der traditionellen chinesischen Teekunst entsteht Jasmintee also nicht dadurch, dass Blüten im Tee verbleiben. Stattdessen kommt ein aufwendiges Verfahren zum Einsatz, das als «Scenting» bezeichnet wird. Jasminblüten werden dabei nicht wegen ihres Geschmacks verwendet, sondern aufgrund ihrer flüchtigen Aromastoffe. Während des Beduftungsprozesses geben die frisch gepflückten Blüten ihren Duft an die Teeblätter ab. Nach einigen Stunden haben sie den Grossteil ihrer ätherischen Duftstoffe freigesetzt und gelten danach als aromatisch erschöpft. Aus diesem Grund werden sie sorgfältig wieder entfernt, damit der Tee klar, elegant und geschmacklich ausgewogen bleibt.
Der «Green Jasmine» ist ein zarter Bio‑Grüntee aus der hügeligen Region Fujian, einer der bedeutendsten Teeanbauprovinzen Chinas. Seinen eleganten Jasminduft erhält er durch die mehrfache Beigabe frisch gepflückter Jasminblüten, die nach jeder Beduftungsrunde wieder entfernt werden. Dieser Prozess wird mehrfach wiederholt, um das feine Tee‑Aroma harmonisch mit dem blumigen Duft zu verbinden.
Eine kostbare Rarität ist der «Jasmin Dragon Pearls». Für diesen Tee werden im Frühling ausschliesslich leicht geöffnete Blattknospen geerntet. Die Teeblätter werden mehrfach mit Jasminblüten beduftet, bevor sie in reiner Handarbeit gerollt sowie im Wok erhitzt und abgekühlt werden. Auf diese Weise entstehen kleine, perlenartige Kugeln und ein sinnlich elegantes Tee‑Erlebnis.
Eine erlesene Kostbarkeit ist der «White Silver Needle», ein Bio-Weisstee von erhabener Qualität, der in China einst Kaisern und dem Hochadel vorbehalten war. Der Tee ist nur minimal und auf natürliche Weise während des Welkprozesses fermentiert. «Yin Zhen» (Silbernadel) gilt als eine der begehrtesten Sorten weissen Tees. Geerntet werden nur junge, aromatische Triebe – und das an lediglich zwei bis drei Tagen im Jahr unter idealen klimatischen Bedingungen. Wochen später werden die Teeknospen sorgfältig mit Jasminblüten aromatisiert. Zurück bleibt ein milder, blumiger Tee mit majestätischem Charakter.
Wir wünschen Ihnen viele genussvolle Augenblicke mit unseren chinesischen Tee‑Klassikern – inspiriert von jahrtausendealter Teekultur.